Grundlegendes zum Kaninchen und deren Haltung!  

 


 

Kaninchen- Systematik 

- Stamm: Wirbeltiere (Vertebratae)
- Klasse: Säugetiere (Mammalia)
- Ordnung: Doppelzähnler (Lagomorphae)
- Familie: Hasenartige (Leporidae)
- Unterfamilie: Kaninchenartige (Oryctolagus)

                -> Europäisches Wildkaninchen
(Oryctolagus cinniculi)


Kaninchen- physiologische Eckdaten

- Atemfrequenz: 30- 100 Züge pro Minute
- Pulsfrequenz: 220- 325 Schläge pro Minute
- Temperatur 38,5- 40,0 Grad Celsius
- Geschlechtsreife: 3-4 Monate
- Zuchtreife: 6 Monate
- Zyklus: induzierte Ovulation
- Absetzalter: 4- 6 Wochen
- Lebenserwartung: 6- 10 Jahre

   


 

 Kaninchen- Verdauung (Mundhöhle)  

- Lebenslanges Wachstum der Zähne
- Längenwachstum der Schneidezähne im Oberkiefer:
0,04 mm pro Tag, im Unterkiefer:
0,5- 0,75 mm pro Tag. Das entspricht 15cm, bzw. bis zu 27cm
im Jahr!
- Regelmäßige Kautätigkeit ist Vorraussetzung für
ausreichenden Zahnabrieb
- a- Amylase des Speichels spaltet Stärke in Glucose



 Kaninchen- Verdauung (Magen)   

- Einhöhliger Magen (36% des Verdauungstracktes) mit
dünner Muskelwand
- Ständige Füllung mit Futterbrei
- Regelmäßige Futteraufnahme für Weitertransport in
den Dünndarm unbedingt notwendig
- Salzsäure inaktiviert mikrobielle 
Futterbestandteile
- Pepsin spaltet Proteine in Polypeptide



 Kaninchen- Verdauung (Dünndarm)   

- Bauchspeicheldrüsenentzyme (Trypsin, Chymotrypsin)
spalten Polypeptide in Aminosäuren
- Pankreaslipase spaltet Fette in Fettsäuren und Glycerol
Resorbation der Bausteine des Kohlenhydrat-, 
Protein- und Fettstoffwechsels über Darmwand


Kaninchen- Verdauung (Blindarm)

- Funktioneller Blinddarm (43% des Verdauungstraktes)
mit mikrobieller Aktivität
- Verwertung schwerverdaulicher Pflanzenbestandteile
(vorrangig Pektine und Pentosane) durch Mikroorganismen
- Entstehung von flüchtigen Fettsären und Milchsäure
- Bildung von mikrobiellem Protein und Vitaminen des
B- Komplexes
- Entstehung des Blindarmkotes
- Verwertung der Inhaltssoffe des Blindarmkotes bei
erneuter Dünndarmpassage


   Kaninchen- Verdauung (Enddarm)

- Formung der Kotballen
- Resorbation von Wasser
- Ausscheiden von großen Faserpatikeln

 


 

 Kaninchen- Fütterung

- Pflanzenfresser
- Dauerfresser ( 30- 80 Fresseinheiten pro Tag)
- Lange Nüchternphasen und zu wenig strukturierte
Rohfaser führen zu Verdauungsstörungen
- Sensible Reaktionen der Mikroorganismenflora
auf Futterwechsel (durch ph-Wert-Schwankungen)
- Rohfaser auch wichtig für Zahnabrieb, nicht hartes Brot

 


 

 Kaninchen- Rationsgestaltung

- Heu muß ständig zur freien Verfühgung stehen
- Anpassung der Kraftfutterangaben an Bedarf
(vorzugsweise vollpelettiertes Futter)
- Saftfutter nach Gewöhnung in Menge und Art
- Achtung: Rotfährbung des Urins nach Frischfutterverzehr
physiologisch

 


 

 Kaninchen- Haltung

- Rechtliche Grundlage für die Haltung ist §2 Tierschutzgesetz
- Mindestanforderung an die Käfiggröße:
- lang ausgestrecktes Liegen,
- vollstäniges Aufrichten und
- ein Hoppelsprung müssen möglich sein
- keine Einzeltierhaltung von Heimtieren

 


 

 Kaninchen- Käfiggestaltung 

- Tränkeeinrichtung
- Futternapf
- Heuraufe
- Ecktoilette
- Rückzugsmöglichkeit (dreiseitig geschlossen)
- Außenställe Wildtiersicher, mit Witterungsschutz

 


 

Kaninchen- Klimaansprüche

- Vorzugstemperatur 18 Grad Celsius
- Bessere Toleranz gegenüber niedriegen Temperaturen
als gegenüber höheren (schwitzen n. möglich)
- keine direkte Sonneneinstrahlung
- Luftfeuchtigkeit unter 70%
- Ausreichende Frischluftzufuhr ohne Zugluft

 


 

 Kaninchen- Krankheiten (Myxomatose) 

- Nord -und südamerikanische Wildkaninchen sind ursprüngliche
Wirte des Virus
- Endeckung der Krankheit um 1900 von
Guiseppe Sanarelli
- Bewusster Einsatz der Seuche in Australien zur
Reduzierung der Widkaninchenbestände
- Starke Verbreitung der Myxomatose in Europa nach
Auslösung durch Dr. Delile 1952 in Frankreich
- Periodische Seuchenzüge in der Wild-
kaninchenpopulation seit dem typisch (früher alle
7- 8 Jahre, heute 2- 3Jahre)
- Haus -und Wildkaninchen gleichermaßen betroffen
- 2006 in Deutschland stärkste Verbreitung im
Nordwesten und in Berlin!!!

 


 

Kaninchen- Krankheiten (Myxomatose 2)

- Leporipoxvirus
- Heute weltweit 500 Myxomatose- Virusstämme bekannt
- Übertragung durch Stechinsekten, kontaminiertes Futter,
direkter Kontakt zu infizierten Tieren
- Insekten können Virus 3- 7 Monate tragen
- Saisonal starkes Auftreten im Frühjahr und Spätherbst
- Inkubationszeit: 4- 10 Tage
- Erste Symptome: Bindehautentzünung, Augenausfluß,
ödematöse Schwellungen am Kopf
- Weiterer Verlauf: diffuse Hautverdickungen (Myxome),
Tod nach 14 Tagen (Hochvirulente Stämme) bzw. nach 44 Tagen
- Mortalitätsrate: knapp 100%, überlebene Kaninchen
bleiben Ausscheider (Trägertiere)
-  Einziger Schutz: regelmäßige Impfungen!!!

 


 

Kaninchen- Krankheiten (RHD)

- Rabbits hemorrahgic disease
- Erstes Auftreten 1984 in China ("China- Seuche")
- Seit 1988 in Deutschland verbreitet
Von 1991 bis 1995 anzeigepflichige Tierseuche
- Calcivirus
- Seit 1997- 44 verschiedene RHD- Stämme bekannt
- Überträger sind Kontakt zu erkrankten Tieren, kontaminiertes
Futter, stechende Insekten und Personen
- Ganzjähriges Auftreten der Krankheit
- Ab dem 3. Lebensmonat gefährliche Erkrankung
- Inkubationszeit: 1- 3 Tage
- Symptome: Apathie, Atemnot, blutiger Nasenausfluß und Urin
- Mortalitätsrate: 100%
- Einziger Schutz: regelmäßige Impfungen!!!

 


 

Kaninchen- Krankheiten (Kaninchenschnupfen)

- Multifaktorielle Erkrankung
- Haupterreger: Pasteurella multocida
- Erst Schwächung des Immunsystemes führt zu starken
Vermehrung des Erreger und damit zum Ausbruch der Krankheit
- Tröpfcheninfektion (Jungtiere infizieren sich häufig bei der Mutter)
- Vermehrtes Aufretten der Krankheit im Winter
- Symptome: wässriger Nasenausfluss, Verklebung und Verkrustung
der Nase und Augen
- Komplikationen: Entzündung des Mittel -und Innenohres,
Lungenabszesse
- Tod nach 2- 8 Tagen, Behandlung aber möglich
Vorbeugender Schutz: regelmäßige Impfungen!!!

 

 


 

Kaninchen- Krankheiten (Kokzidiose)

- Kokzidiose ist häufigste Parasitose des Kaninchens
- 9 Kokzidienarten (Endoparasieten)
- Ansteckung durch orale Aufnahme der Oozysten
(infektiöse Dauerform der Kokzidie) aus Futter, Einstreu
oder von anderen Kaninchen
- Erwachsende Tiere können monatelang Ausscheider sein
- Entwicklungsdauer der Kokzidien im Kaninchen 9- 12 Tage
(von Aufnahme bis Ausscheiden)
- Ausbruch einer Erkrankung abhängig von Stärke des Befalls,
Stärke der Immunabwehr und Sekundärinfektionen
- Symptome: Verstopfungen, aufgeblähter Bauch, Inappetenz,
Mattigkeit, wässriger Durchfall, Einstellen der Darmtätigkeit
- Bei akuten Durchfällen hohe Todesrate, besonders
bei Jungtieren

 


 

Kaninchen- Impfungen

- Derzeit verfügbar sind Impfstoffe gegen Myxomatose, RHD
und Kaninchenschnupfen
- Aktive Immunisierung (Ausnahme: passive
Immunisierung von Nestjungen)
- Gesundheitscheck vor der Impfung
- Myxomatose Lebenimpfstoff, subkutante oder intrakutante
Applikation
- RHD und Kaninchenschnupfen: Totimpfstoff,
supkutane Applikation
- erste Impfung im Alter von 4- 6 Wochen

 


 

Kaninchen- Impfungen (Impfschema RHD)

- Erse Impfung 4. bis 6. Lebenswoche
- Wiederholungsimpfung zur Grundimmunisierung
nach 4 Wochen
- Regelmäßige jährliche Impfungen
- Intensiv genutze Zuchthäsinnen alle 6 Monate

 


 

Kaninchen- Impfungen (Impfschema Myxomatose)

- Erse Impfung 4. bis 6. Lebenswoche 
- Wiederholungsimpfung zur Grundimmunisierung
nach 4 Wochen
- Regelmäßige Impfung alle 6 Monate
- In Seuchengebieten alle 4 Monate

 


 

Kaninchen Impfungen (Kaninchenschnupfen)

- Erste Impfung mit 4 Wochen
- Wiederholungsimpfung zur Grundimmunisierung
nach 2 Wochen
- Regelmäßige Impfung alle 6 Monate
- Keine Impfung für Häsinnen im letzten
Trächtigkeitsdrittel

 


 

Kaninchen- Gesundheitscheck

- Augen (klar, ohne Ausfluss)
- Nase ( nicht verklebt, ohne Ausfluss)
- Zähne ( Schneidezähne des Unterkiefers treffen auf Stiftzähne des Oberkiefers)
- After (nicht verklebt)
Fell ( glatt, glänzend, anliegend, geschlossen)

 


 

Vielen Dank für diese Vorlage gilt dem Tierarzt- Team der
Kleintierpraxis "
Jan Schneider"

 Copyright by Anne Fraatz

 

 

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