Kaninchenseuchen

Myxomatose,

diese in ganz Deutschland verbreitete und mittlerweile als
bodenständige zu betrachtende Kaninchenseuche wird
durch das Myxomatosevirus hervor gerufen.

Steckbrief Myxomatose- Virus
Das Myxomatose- Virus kommt nur bei Haus- und Wildkaninchen vor.
Wildkaninchenbestände bilden ein natürliches Reservoire für den
Erreger. Das Myxomatose- Virus kann aber auch bei Hauskaninchen,
die nicht ausreichend durch Impfungen geschützt sind, latent
persistieren und so immer Quelle neuer Seuchenzüge werden.
Durch hochvirulente Viren verenden ungeschützte Tiere bis zu
100%, schwach pathogene Viren rufen ca. 20% Todesfälle hervor.
Kaninchen, die eine Myxomatose- Infektion überstanden haben,
können lebenslänglich Träger des Myxomatose- Viruses bleiben und
stellen dadurch eine permanente Gefahr für jeden Zuchtbestand dar.

Übertragung
-durch Blut saugende Insekten wie Stechmücken –und fliegen,
Flöhe, Milben, und Läuse als Zwischenträger
- direkter Virusübertragung vom erkrankten zum gesunden Tier
- Kontaktinfektion über verseuchtes Grünfutter, Fliegen, Arbeitsmaterial und
des Züchters.

Verlauf
Typische Symptome,
- Schwellungen unter der Haut
- Verschwellungen im Augen-Nasen-Bereich
- Geschwulstartige Hautverdickungen im Kopfbereich die
mit eiternden Entzündungen einhergehen

Die Myxomatose kann im Einzellfall aber auch atypisch verlaufen.
Manchmal gleicht sie eher einer Schnupfeninfektion und geht mit
Problemen bei der Fortpflanzung einher.
Züchter klagen dann über schlechte Fruchtbarkeit bei den Häsinnen
und erhöhte Verluste bei den Neugeborenen, ohne an die Möglichkeit
einer stummen Infektion mit dem Myxomatose-Virus als eine der Ursachen
zu denken.

Durch steigenden Infektionsdruck werden immer wieder Gebiete erfasst, in
denen Myxomatose über einen längeren Zeitraum nicht mehr beobachtet
wurde.
Eine Behandlung, die sich gezielt gegen das Myxomatose Virus richtet,
gibt es nicht.
Da die Myxomatose auch unabhängig von der Jahreszeit und den damit
verbundenen Aktivitäten von stechenden Insekten auftritt, sind ein ständiger
Schutz und die regelmäßige Impfung in den Zuchtbeständen zwingend notwendig.

Schutzimpfung Myxomatose
- Erstimpfung ab der vierten Woche bis zur 6 Woche
- Nachimpfung 4 Wochen später
- Auch bei älteren Tieren ist eine zweimalige Grundimunisierung
zu empfehlen
- Regelmäßige Wiederholungsimpfungen müssen im Abstand
von sechs Monaten durchgeführt werden
- In Endemie Gebieten alle vier Monate


RHD
(Rabbit Haemorrhagic Disease)

Die RHD ist auch unter den Namen Chinaseuche bekannt.

Steckbrief RHD Virus
Erkrankte Kaninchen scheiden das Virus mit Kot, Harn und Speichel,
Nasen und Augensekret aus. Danach ist es bis zu sieben Monaten in Stallungen, an Gerätschaften, an der Kleidung lebensfähig und kann
somit immer wieder zur Infektionsquelle für andere Tiere werden.
In ungeimpften Beständen verenden häufig alle älteren Tiere.
Jungtiere im Alter von 4 bis 6 Wochen erkranken selten.
Sie können aber nach Kontakt mit dem Erreger dauerhaft zum Virusausscheider und somit zu einer permanenten
Gefahr für den Zuchtbestand werden.

Übertragung
- Direkter Kontakt von infizierten oder erkrankten Tieren zb. Deckakt
- Über Tierzukauf und Austellungen
- Indirekter Kontakt über Kleidung, Futter, Arbeitsgeräte
- Über den Verdauungsorgan (orale Aufnahme des RHD- Virus)
- Auch übertragbar über den Atemweg
(aerogen durchTröpfcheninfektion über die Luft)

Symptome
- Plötzlich auftretende Todesfälle ohne erkennbare Anzeichen einer
Erkrankung (perakute Form)
- Krampfartige Anfälle innerhalb weinger Stunden, bei
verstorbenen Tieren ist der stark nach hinten gestreckte Kopf ein
Hinweis auf vorliegen von RHD
- Benommenheit und Fressunlust.
- Schwere Atmung
- Nasenbluten

Eine Behandlung erkrankter Tiere ist nicht möglich. Daher
ist eine Schutzimpfung die wichtigste und erfolgreichste Vorbeugungsmaßname
für die Kaninchen.

Schutzimpfung RHD
- Erstimpfung ab der vierten Woche bis zur 6 Woche
- Nachimpfung 4 Wochen später
- Auch bei älteren Tieren ist eine zweimalige
Grundimunisierung zu empfehlen
- Regelmäßige Wiederholungsimpfungen müssen im Abstand
von einem Jahr durchgeführt werden
- Intensiv genutzte Häsinnen sollten alle sechs Monate geimpft
werden


Kaninchenschnupfen

Steckbrief
Beim Kaninchenschnupfen sind Pasteurellen und Bordatellen
die wichtigsten Erreger. Diese Bakterien führen als Monoinfektion
oder miteinander vergesellschaftet häufig zu folgenschweren
Schnupfenerkrankungen. Aber auch andere Bakterien oder Viren
werden bei eingehender Untersuchungen von Nasensekret erkrankter
Tiere gefunden.

Übertragung
- Einatmen von Krankheitserregern über Staubpartikel oder
Sekrettröpfchen
- Infiziertes Futter, Arbeitsgerätschaften und Züchter

Ausbruch
Der Ausbruch wird begünstigt bei allen Begleitumständen, die zu
einer Reizung der Nasenschleimhaut führen.
- Schwaches Immunsystem zb. durch Milbenbefall
- Feuchte Stallanlagen mit Zugluft
- Hohe Staubbelastung aus Einstreu und Futterresten
- Hoher Ammoniakgehalt in der Stallluft
- Stess (z.b. Transport, Deckakt, Aufzucht der Jungen)

Symptome
- Ständiges Niesen mit Nasenausfluss wässrig bis eitrig
- Entzündung der Nase (Rhinitis)
- Verklebte Nasenöffnungen
- Verklebte Vorderläufe durch ständiges Putzen
- Bindehautentzündung
- Mittel- und Innenohrentzündung
- Schiefhalten des Kopfes
- Fieber
- Gestörtes Allgemeinbefinden
- Bronchien oder Lungenentzündung

Feststellung/ Behandlung
Tiefer Nasenabstrich unter Narkose
Antibiogramm
- Kaninchenschnupfen kann mit der Gabe von Antibiotikum behandelt
werden. Die Nasenöffnungen und Augen können mit
Kochsalzlösung gereinigt und
mit antibiokahaltigen Augentropfen behandelt werden.
Eine systemische Antibiotikagabe mit Breitbandantibiotika ist
erforderlich.
- Vitamingaben
- Haltungsbedingungen ändern/ verbessern

Tiere bei denen es zum Ausbruch kam, können lebendslänglich Träger von
Pasteurella und Bordatella sein und stellen somit eine ständige Gefahr dar.

Schutzimpfung Kaninchenschnupfen
- Erstimpfung ab der vierten Woche bis zur 6 Woche
- Nachimpfung 2 Wochen später
- Auch bei älteren Tieren ist eine zweimalige Grundimunisierung
zu empfehlen
- Regelmäßige Wiederholungsimpfungen müssen im Abstand
von sechs Monaten durchgeführt werden
- Rassetiere die ständigen Stress durch Ausstellungen ausgeliefert
sind oder intensiv genutzte Zuchthäsinnen sollten alle
vier Monate geimpft werden.

- Ende -

Copyright © by Anne Fraatz
Quelle Kaninchenzeitung

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