Parasiten beim Kaninchen...
Endoparasiten & Ektoparasiten

Parasiten sind im hohen Maße spezialisierte Lebewesen.
Ihre Lebensweise ist in der Regel auf einige wenige Wirtsarten beschränkt
und nicht selten findet sich nur eine einzige Wirtsart.
Parasitismus zeigt sich in sehr vielfältigen Formen.
Es gibt Fälle, in denen Parasiten nur zeitweise ihren Wirt aufsuchen,
und es gibt Fälle, wo sie permantent vorhanden sind.
Teilweise ist es so schwer, zwischen Parasitismus und Interaktionen
zwischen verschiedenen Arten zu unterscheiden.
Es wird zwischen Endoparasiten (Parasiten, die im Inneren des
Wirtes vorhanden sind, z.B. Würmer)
und Ektoparasiten (Parasiten, die sich auf der Körperoberfläche ansiedeln
oder in Hohlräumen vorkommen, z.B. Milben) unterscheiden.
In der Regel ist zwischen Parasit und Wirt ein Gleichgewicht
vorhanden, so das ein Befall oftmal nicht oder erst später erkannt wird.
Es gibt auch ein parasitäres Zusammenleben (Mistel), wo beide
"Partner" von dieser Gemeinschaft profitieren, solange
das Gleichgewicht stimmt.
Verschiebt es sich aber durch irgendwelche Umstände, dann kann
es zum Ausbruch von Krankheiten und schlimmsten
Falle führt es zum
Tod eines der Beteiligten.
Je nach Ausmaß des Parasitenbefalls ist die Belastung bzw. Schwächung
des Wirtes verschieden groß. Auch wenn Parasitenbefall den Wirt
nicht lebensbedrohlig schädigt, wirkt er sich doch stets auf dessen
Wachstum, Wohlbefinden, Infektanfälligkeit, Fortpflanzung und
Lebensdauer aus. Giftige Stoffwechselprodukte des Parasitens,
zurückgebliebende innere oder äußere Verletzungen oder der
Entzug von Nahrung können eine Verminderung der Lebensspanne
zur Folge haben, insbesondere bei weiteren ungünstigen
Umweltbedingengen. Eine Anzahl von Parasiten macht einen
komplizierten, mehrstufigen Entwicklunszyklus durch, bei dem
sie auf mehrere Wirte angewiesen sind. Der Wirt, in oder auf dem ein Schmarotzer
seine Geschlechtsreife erreicht, ist der der End- oder Hauptwirt.
Der, in dem die Zwischenstufen ablaufen, ist der Zwischenwirt.


Die Übertragung von Parasiten erfolgt auf verschiedenen Wegen.
Endoparasiten:
-über die Aufnahme von Eiern
-als Zwischenstadion über den Magen- Darm- Kanal
das betrifft unter anderen Kokzidien, Magenfadenwürmer,
Lungenfadenwürmer, Zwergfaden und Peitschenwürmer.

Die übertragung der "Außenschmarotzer" erfolgt hauptsächlich
durch deren Eigenbewegung.
Dies ist z.B. bei Flöhen, Milben, oder Mücken der Fall.
Aber auch die Übertragung von Wirt zu Wirt (Läuse, Milben) ist möglich.

Ein Befall mit Parasiten kann ähnlich wie der Befall mit Bakterien und
Viren, eine vorübergehende Erkrankung mit zeitweiser oder andauernder
Schwächung des Wirtes zur Folge haben. Eine Schädigung kann
ausgeheilt werden, aber auch zum Tode führen.
Klinisch gesunde Tiere können Träger von Parasiten sein, ohne
dabei zu erkranken. Sie stellen dadurch aber eine ständige Quelle der
Ansteckung dar. Deshalb bedeuten sie eine permanente Gefahr für den
gesamten Bestand, denn auch bei ihnen kann durch schwächende
Einflüsse das Gleichgewicht zwischen eigenen Abwehrkräften und
Parasiten verloren gehen.
Die Schadwirkung von Parasiten beruht auf verschiedenen Faktoren.
Meist rufen die erwachsenen Parasiten die Schäden hervor, doch
wanderne Larven- und andere Entwicklungsstadien können ebenfalls
große Schädigungen verursachen.
Die durch Parasiten hervorgerufenen Strörungen können sehr verschieden sein.
So zeigen Erkrankungen durch Darmparasiten hauptsächlich örtlich
beschriebener oder generaliserter Veränderungen am Magen- Darm- Kanal.
Ein massiver Befall kann die Funktion des Verdauungstraktes so stark stören,
das der gesamte Verdauungsablauf beeinträchtigt wird.
Die Folgen sind stillstand der Verdauung, Blutungen oder Schleimhaut-
entzündungen und Verletzungen und mitunter der Tod des Tieres.
Wichtig für den Verlauf eines Parasitenbefalls ist es zu beurteilen, inwieweit
eine Wiederansteckung möglich ist.
Gelingt es z.B. bei einer Kokzidiose, die Kaninchen vor einer wieder-
ansteckung zu schützen oder die Keimzahl in der Umgebung drastisch
zu reduzieren, dann tritt in den meisten Fällen eine Selbstheilung ein.
Kann man keine Reduzierung erreichen, dann erfolgt im Laufe des ständigen
Kontaktes mit infektiösem Material eine Schwächung des Organismus, das
Gleichgewicht wird gestört und die Krankheit kann zum Ausbruch kommen.
Je widerstandsfähiger ein Wirtstier, desto schwerer können sich
Parasiten ansiedeln.

Copyright © by Anne Fraatz
Quelle Kaninchenteitung, Dipl.vet.med. Frank Scholz


 


Endoparasiten

Kokzidiose bei Kaninchen

Ausbruch oder Übertragung durch
- Stress
- infiziertes Futter oder Gefässe
- Fütterungsfehler
- Kot

Symptome:
- körperliche Schwäche
- Fressunlust
- Durchfall (schleimig bis blutiger)
- Gewichtsverlust
- Jungtierverluste

Diagnose:
-mikroskopischer Nachweis der Kokzidien im Kot.

Behandlung:
-
mit Antikokzidia z.B. Baycox, Kokzidiol
- Stalldesinfekion am sichersten durch auskochen mit Dampreiniger
(Kokzidien werden erst ab 80Grad unschädlich gemacht)
- Bei Gehegen, Erdreich um 3-4 cm abtragen oder mit kochenden Wasser
behandeln.
- tägliches wechseln des Einstreus
- Futter und Trinkgefässe auskochen
- Heu- Wasser Diät, da Kokzidien sich vom Stärkereichen Futter ernähren
- stärkearmes Futter
- keine medikamentöse Behandlung von trächtigen oder
säugenden Häsinnen, da diese durch die Behandlung extrem
geschwächt werden.
Hier sollte durch Spezialdiät und Hygiene der Befall in
Grenzen gehalten werden.
- Energie für die Mutter wird gewonnen aus Brennessel, Basilikum
und Oregano
Knollengemüse wie z.B. Möhren enthalten Stärke und sollten nicht
beim Kokzidienbefall verfüttert werden.

Darmrundwürmer
(Nematoden)

Verschiedene Wurmarten u.a. Magenwürmer, Dünndarmfadenwürmer, Zwergfadenwürmer,
Pfriemenschwänze, Peitschenwürmer parasitieren im Magen,
Dünndarm und Dickdarm der Kaninchen.
Nach Aufnahme der Wurmeier, die sich im Einstreu und Kot befinden können,
entwickeln sich im Magen oder Darm zu Würmern, die wiederum Wurmeier ausscheiden.
Da die Würmer zur Entwicklung keine Zwischenwirte benötigen,
können sich die Tiere direkt mit den Eiern wieder infizieren. Bei Zwergfadenwürmer
dringen die Wurmlarven durch die Haut in den Blutkreislauf ein und gelangen
über die Lungen, Rachen und Luftröhre in den Darm.
Zwergfadenwürmer im Dünndarm, Pfriemschwänze und Peitschenwürmer
leben im Dickdarm

Symptome:
Bei starkem Befall zeigen die Tiere Krankheitserscheinungen
wie Abmagerung und Durchfall.

Nachweis:
Würmer können durch eine parasitologischen Kotuntersuchung
nachgewiesen werden.

Behandlung:
Wurmmittel (z.B. Panacur) werden vom Tierarzt verordnet.

Bandwürmer

Die beim Kaninchen vorkommenden Bandwürmer leben im Dünndarm des Tieres.
Der Befall erfolgt über die Aufnahme von Zwischenwirten.
Diese sind Moosmilben, die im Grünfutter zu finden sind.
Nach der Aufnahme der ansteckungsfähigen Zwischenstadien (Finnen) wächst im Dünndarm des Tieres innerhalb
von 6 Wochen ein je nach Art 40-60 langer Bandwurm heran.
Dieser Wurm gibt Eier ab, die mit dem Kot ausgeschieden werden.
In der Moosmilbe entwickeln sich nach Aufnahme der Eier die Finnen (Zwischenstadien).

Symptome:
Infizierete Kaninchen zeigen eine Darmschleimhautentzündung und
Abmagerung, gelegentlich sind weiße Bandwurmglieder im Kot nachzuweisen.

Behandlung:
Wurmmittel  gegen Bandwürmer sind erhältlich beim Tierarzt.


Ektoparasiten

OHRRÄUDE
(Otitis externa parasitaria)

Die Ohrräude wird durch den Befall mit Ohrmilben ( Psoroptes cuniculi) verursacht.

Übertragung:
- direkten Kontakt zu anderen Tieren
- durch Zwischenträger z.B. Fliegen, Mäuse, Katzen, Hunde
- schechtes Stallklima, feuchte Stallung

Behandlung:
- z.B. Ivomec wird vom Tierarzt entweder getropft, Oral verabreicht
oder gespritzt je nach Härtefall
- Ställe, Käfige, Trinkflasche, Napf, Arbeitsgeräte desinfektieren


GRABMILBE
(Sarcoptes):


Die Grabmilbe ist ein Parasit, der in der Haut des Wirtes lebt.
Die Weibchen legen Bohrgänge an, in denen die Eiablage erfolgt.
Die durch die Grabmilbe verursachte Sarkoptes-Räude (Krätze) führt zu starkem
Juckreiz und zur Krustenbildung.

Ansteckung:
- über Stroh, Heu, Holz und anderen Tieren

Symptome:
- Ohrgrund, Schulter- und Nackenbereich bis zum gesamten Körper des
Tieres weisen Rötungen und Hautreizungen auf
- ständiges Kratzen
- Unruhe
- lassen sich nicht mehr gerne anfassen
- Fressunlust

 Behandlung:
- wirksame Mittel werden vom Tierarzt verschrieben
- Ställe, Käfige, Trinkflasche, Napf, Arbeitsgeräte desinfektieren


RAUBMILBE
(Cheyletiella parasitivorax)


 Die Raubmilbe lebt in den oberen Schichten der Haut und ernährt sich dort
von Hautpartikeln und anderen Milbenarten. Die Eiablage der Raubmilbe erfolgt am Haaransatz.

Ansteckung:
- von Tier zu Tier durch die Schuppenbildung

Symptome:
- große weiße Schuppen, Ekzeme und Haarausfall am Nacken und Rücken
- starke Abmagerung
- Unruhe
- ständiges Kratzen

Behandlung:
- wirksame Mittel werden vom Tierarzt verschrieben
- Ställe, Käfige, Trinkflasche, Napf, Arbeitsgeräte desinfektieren



PELZMILBE
(Demodex cuniculi):


Die Pelzmilbe lebt in den Haarbälgen.
Diese Milbenart ist am ganzen Körper zu finden, bevorzugt in der hinteren Region des Wirtes.
Ein Pelzmilbenbefall erkennt man daran, das im Fell kleine weisse Punkte zu erkennen sind.

Ansteckung:
- über Heu, Stroh, Einstreu
-von Tier zu Tier

Symtome:
- kleine weiße Punkte im Haarkleid
- Juckreiz, bei starken Befall

Behandlung:
- wirksame Mittel werden vom Tierarzt verschrieben
- Ställe, Käfige, Trinkflasche, Napf, Arbeitsgeräte desinfektieren


HERBSTGRASMILBE
(Neotrombicula autumnalis)
 
Ansteckung:
- gesammeltes Grünfutter meist in den Herbstmonaten

Symptome:
- Unruhe
- Juckreiz
-eitrige Hautenzündungen

Behandlung:
- wirksame Mittel werden vom Tierarzt verschrieben
- Ställe, Käfige, Trinkflasche, Napf, Arbeitsgeräte desinfektieren

LÄUSE

Läuse sind blutsaugende Insekten, die ständig auf dem Wirtstier leben.

Ansteckung:
- von Tier zu Tier oder durch den Mensch

Symptome:
- Unruhe
- Juckreiz
- Rötungen und Entzündungen auf der Haut

Behandlung:
- wirksame Mittel werden vom Tierarzt verschrieben
- Ställe, Käfige, Trinkflasche, Napf, Arbeitsgeräte desinfektieren

ZECKEN
Zecken sind blutsaugende Parasiten, die sich vom Blut ihres Wirtstieres ernähren.
Eine weibliche Zecke kann das 200 fach ihres Körpergewichtes aus dem Wirt saugen.
Die Zecke ist ein grosser Krankheitüberträger auf Mensch und Tier.
Durch den Biss der Zecke können die Krankheitserreger in die Blutbahn des
Wirtes gelangen und schlimme Krankheiten hervorrufen.

Ansteckung:
- durch Freilauf der Tiere auf Gras und in Büschen

Symptome:
- gerötete Hautstellen

Behandlung:
- Zecken mit einer Zeckenzange entfernen.
 darauf achten das auch der Kopf entfernt wird.
- desinfektion der Bissstelle

- Ende -
Copyright by Anne Fraatz

 

Datenschutzerklärung
Kostenlose Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!